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Der Weg des Blutes vom Spender zum Patienten

Blut ist der Saft des Lebens. Es ist nach wie vor nicht künstlich herstellbar. Pro Jahr werden vom Universitätsklinikum St. Pölten bei 250 internen und externen Blutspendeaktionen annähernd 14.000 Blutkonserven abgenommen, am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf sind es bei ca. 150 Blutspendeaktionen rund 11.000 Blutkonserven -  insgesamt also über 25.000 Konserven. In ganz Österreich sind es im Vergleich dazu 400.000 Abnahmen, die jährlich durchgeführt werden. In der neuen Blutbank des Universitätsklinikums St. Pölten mit modernster medizintechnischer Ausstattung wird das Blut zu wertvollen Produkten weiterverarbeitet und rettet täglich Menschenleben.

Blutspenden ist sowohl in den Blutbanken als auch bei mobilen Aktionen möglich. Mit Gemeinden, Organisationen, Firmen oder auch Privatpersonen werden vor Ort Termine koordiniert und über SMS-, Postwurf-, Plakataktionen oder neuestens auch über die Blutspende-App am Smartphone beworben.

Der Transport von Blutprodukten in die Blutdepots anderer Landes- und Universitätskliniken läuft nach fixen Mustern ab und erfolgt in dafür geeigneten Transportboxen. Die durchführende Transportfirma wird seitens der Blutbank regelmäßig kontrolliert.

Am Ende der Blutspende werden die Blutkonserven in den Präparationsraum und die Teströhrchen in die Labors beider Blutspendeeinrichtungen zur Untersuchung gebracht.


Der Präparationsraum ist ein Reinraum und darf nur durch Hygieneschleusen betreten werden. Dort wird das Vollblut filtriert (von weißen Blutkörperchen befreit), anschließend zentrifugiert und in zwei Präparate abgepresst (Plasma, Erythrozytenkonserve). Das Plasma wird sofort schockgefroren und bei -30 °C gelagert. Das Erythrozytenkonzentrat (rote Blutkörperchen) kann bei Kühlschranktemperatur 42 Tage aufbewahrt werden.

Im Labor analysieren die MitarbeiterInnen des medizinisch-technischen Dienstes die Proben auf Infektionserreger. Jede Spende wird auf die gesetzlich vorgeschriebenen Parameter untersucht, beispielsweise wird jede Probe blutgruppenserologisch sowie auf HIV, Hepatitis und Syphilis getestet. Ein moderner Pipettierautomat gewährleistet die verwechslungssichere Abarbeitung der gesamten Testung.

Für die Verträglichkeitsprüfung wird das Erythrozytenkonzentrat (rote Blutkörperchen) aus dem Lager entnommen und mit den Eigenschaften des Empfängers verglichen. Das Blut des Patienten wird zentrifugiert, die Blutgruppe wird bestimmt und eine Kreuzprobe durchgeführt. Dabei wird festgestellt, ob sich das Spenderblut mit jenem des Empfängers verträgt.

Für Krebsbehandlungen und Intensivstationen werden auch Thrombozytenkonzentrate benötigt, die im so genannten Apherese-Verfahren hergestellt werden. Dabei wird das Spenderblut in Komponenten aufgetrennt, die Blutplättchen (Thrombozyten) werden gesammelt. Das Verfahren dauert etwa eine Stunde und stellt für den Spender kein Risiko dar.


Die Testseren werden im modernen Kühldepot bei 2 bis 6° C gelagert. An den Empfänger werden ausschließlich geeignete Konserven ausgegeben. Blut und Blutprodukte gelten in Österreich als Arzneimittel und unterliegen daher den strengen Regelungen des Arzneimittel- bzw. Blutsicherheitsgesetzes samt den zugehörigen Verordnungen. Um die gesetzlichen Auflagen erfüllen zu können, wurden die Stabsstellen EDV, Technik, Qualitätsmanagement und Hygiene eingerichtet.

In den beiden Blutspendeeinrichtungen in den Kliniken St. Pölten und Mistelbach-Gänserndorf werden die Spender freundlich empfangen und zuerst mit allen Informationen versorgt. Jeder Freiwillige füllt ein Formular aus und beantwortet Fragen nach Gesundheit und Vorgeschichte. Danach werden Blutdruck, Puls und Temperatur gemessen. Durch einen kleinen Stich in den Finger wird eine Probe für den Hämoglobintest abgenommen. Die Menge des roten Blutfarbstoffes entscheidet, ob eine Spende möglich ist. Nach der Anamnese (ärztliche Befragung zur gesundheitlichen Vorgeschichte ) und Freigabe durch den Arzt geht es dann weiter zur Blutspende. Eine Präzisionswaage garantiert, dass die Maximalabnahmemenge von 450 ml genau eingehalten wird. Um nach der Spende die vorgeschriebene Ruhezeit von 30 Minuten so angenehm wie möglich zu gestalten, werden Erfrischungsgetränke angeboten. Jeder Spender erhält ein kleines Geschenk als Dankeschön.